400 Jahre Markt Rankweil

Urkunde von 1618 zur Erhaltung des Marktrechts

Vom 4. bis 22. Oktober 2018 feierte Rankweil ein bedeutendes Jubiläum: 400 Jahre Marktrecht. Seit 1618 prägt der Markt das Leben der Gemeinde – damals wie heute wird dort gehandelt, gefeilscht und verkostet.

Die Rankweiler Bevölkerung zeigte schon früh Zielstrebigkeit. Mehrere Anläufe waren nötig, bis 1618 schließlich das Gericht Rankweil-Sulz die Erlaubnis für drei jährliche Viehmärkte erhielt. Zuvor hatte sich die Stadt Feldkirch – damals wichtigstes wirtschaftliches Zentrum der Region – vehement gegen die Marktgründung gewehrt. Man fürchtete Konkurrenz, Einnahmeverluste und sogar Schmuggel durch die Nähe Rankweils zur Schweiz.

Feldkirch spürte bald auch den Wettbewerb durch neu gegründete Märkte im St. Galler Rheintal, in Altstätten, Werdenberg und Götzis. Besonders die Jagdberger Salzhändler und ausländische Viehhändler wurden als potenzielle Kundenverluste wahrgenommen. Selbst der befürchtete Rückgang der Getränkesteuer spielte in den Diskussionen eine Rolle – denn die Marktfahrer galten als durstige Kundschaft. Noch vor der offiziellen Genehmigung wagten es die Rankweiler, eigenmächtig zwei Viehmärkte abzuhalten – mit großem Erfolg. Käufer aus der ganzen Region, bis hin zur Schweiz, reisten an. Das Vorgehen führte jedoch zu einem Vertrauensverlust bei den Behörden, der eine Bewilligung zunächst verzögerte.

Mit dem Aufschwung des Viehhandels gewann auch der Bahnbau an Bedeutung. Rankweil setzte sich erfolgreich für eine Bahnhofsnähe zum Marktplatz ein und investierte rund 21.000 Gulden in Infrastruktur. Damit war ein schneller Viehtransport per Bahn möglich – ein wichtiger Standortvorteil.

Die spannende Geschichte des Rankweiler Marktes ist ausführlich im Buch „400 Jahre Markt – Marktwerdung und wirtschaftliche Entwicklung“ nachzulesen (Band 16 der „Reihe Reihe Rankweil“). Erhältlich um 20 Euro im Bürgerservice des Rathauses Rankweil.