Anna ist zurück

Rankweils Wirtshäuser sind legendär. Eine fixe Größe an der Ringstraße war über Jahrhunderte der Schwarze Adler. In wenigen Tagen lässt das „Anna“ in den komplett umgebauten Räumlichkeiten die Gastfreundschaft in bewährter Tradition und in modernem Ambiente wieder aufleben.

Wenige Tage vor der Eröffnung herrscht noch rege Betriebsamkeit, wo schon bald endlich wieder die Gastfreundschaft einziehen wird. Doch das Ambiente des Anna lässt sich bereits deutlich erkennen: gerade Linien, dunkles Holz und viel Tageslicht, das den großen Gastraum durch beinahe bodentiefe Fenster erhellt. Den Gastgebenden Vivienne Pfanner und Bosse Danielsen von der Mohrenbrauerei steht die Vorfreude bereits ins Gesicht geschrieben. „Unser Ziel ist es, mit dem Anna einen Ort zu schaffen, an dem man in guter Gesellschaft gerne gemeinsam genießt“, sagt Vivienne Pfanner und ergänzt strahlend: „Es war ein langer Weg, aber wir sind überzeugt, das ist uns gelungen.“

Warum Anna?

Das Anna ist ganz neu in Rankweil, und dennoch hat es eine lange, eng mit dem Ort verwobene Geschichte, wie Irmgard Huber von der Mohrenbrauerei weiß: „Der Schwarze Adler wurde Anfang des 19. Jahrhunderts von Ursula und Johann Bleyle betrieben. Das Paar hatte eine Tochter: Anna Maria. Diese heiratete später Karl Ferdinand Huber, der den ‚Mohren’ samt dazugehöriger Brauerei in Dornbirn betrieb. Nach dem Tod von Annas Mutter 1849 wurde der Schwarze Adler versteigert. 1917 schließlich konnte die Mohrenbrauerei das ehemalige Wirtshausgebäude zurück in Familienbesitz bringen.“ Als Ur-Ur-Enkelin ist Irmgard Huber eine direkte Nachfahrin von Anna Huber, geborene Bleyle. „Unsere Familie ist eng mit Rankweil verbunden. Darum freut es mich persönlich ganz besonders, dass wir mit dem Anna nun ein Stückweit zurück zu unseren Wurzeln kehren“, freut sie sich.

Was ist neu im Anna?

Die von außen offensichtlichste Veränderung ist der in Richtung Marktplatz versetzte Eingang. Diese Öffnung zum Ortskern hin ermöglicht zum einen ein ganz entspanntes Ankommen. Zum anderen entsteht dadurch ein großzügiger, verbundener Restaurantbereich mit 78 Plätzen. Sofort ins Auge fallen hier der Stammtisch mit eigener Zapfanlage, an der Gäste sich ihr Bier selbst zapfen können. Eine weitere Besonderheit ist der große Tisch am Fenster. Hier soll man sich in mitgebrachter oder eben erst kennengelernter Gesellschaft im wahrsten Sinne des Wortes „wie zu Hause“ fühlen – und mindestens genauso gut zu essen. Rechterhand vom Eingang wartet das Märktle mit Produkten der Mohrenbrauerei und bierigen Geschenkideen auf Biergourmets und all jene, die diesen eine Freude machen wollen. Abends bietet das Märktle Gruppen von bis zu 14 Personen Platz. Auch die legendäre Kellerbar soll demnächst wieder mit Leben gefüllt werden – sowohl kulturell, als auch mit ansprechender Bar-Atmosphäre. 

Typisch Vorarlberg: Auf hohem Niveau

Auf der Baustelle waren hauptsächlich Handwerksbetriebe aus der Region am Werk. Und auch in der Küche des Anna wird Regionalität den Ton angeben. Beispielsweise mit der „Knöpflerei“, die dem Vorarlberger Traditionsgericht und all seinen regionalen und saisonalen Varianten kulinarischen Tribut zollt. Mit starken Wurzeln in der bodenständigen Vorarlberger Wirtshauskultur reiht sich das Anna ohne Scheu in die hervorragende Gastronomieszene in Rankweil ein. „Das Anna hat durchaus Elemente, die die frühere Wirtshaustradition wiederspiegeln. Doch wir wollen den Genuss in den Vordergrund setzen, der in dieser Gemeinschaft entsteht“, betont Bosse Danielsen.

Beste Aussichten auf den Sommer

Für das kommende Frühjahr ist eine Öffnung des Anna zum Park der Häusle Villa hin geplant. Hier soll ein völlig neues Biergarten-Konzept für Überraschungs- und Genussmomente gleichermaßen sorgen. „Egal ob im Winter oder im Sommer, ob mit Anlass oder ohne, das Anna soll ein einladender Ort für alle sein“, sind sich die Gastgebenden einig. „So wie man es von Rankweil kennt, nur eben doch ein bisschen anders.“

Rankweiler Wirtshaustochter und patente Unternehmerin

Anna Maria wird am 11. März 1827 als erstes und einziges Kind der Wirtsleute des Schwarzen Adlers, Ursula und Johann Jakob Bleyle, geboren. Sie heiratete den Wirt und Erben der Mohrenbrauerei, Karl Ferdinand Huber. Als dieser im April 1863 überraschend stirbt, führt Anna die Geschäfte mit Umsicht und Weitblick weiter, bis ihr Sohn nach seiner Ausbildung im Jahr 1872 die Leitung der Brauerei übernehmen kann. Ihr Elternhaus, der Schwarze Adler, soll jedoch erst 1930, 42 Jahre nach ihrem Tod, wieder in den Besitz der Familie gelangen.

www.annagenuss.at

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