Achtung!Abgelaufen: 01.10.2025

Verwurzelt und verbunden

Veröffentlichungsdatum03.09.2025Lesedauer3 MinutenKategorienMarktgemeinde - Neuigkeiten
Karin Bösch hinter ihrem Stand am Wochenmarkt

Karin Böschs Weg zum Wochenmarkt

Karin Bösch verkauft am Rankweiler Wochenmarkt, was in ihrem Garten wächst – frisch, handverlesen und mit viel Hingabe. Doch hinter ihrem Stand steckt mehr als eine Auswahl bunter Produkte: eine Geschichte über Mut, Naturverbundenheit und den richtigen Zeitpunkt.

Karin ist eine Frau, die Dinge wachsen lässt – nicht nur Pflanzen, sondern auch Ideen. Seit diesem Jahr ist sie Teil des Rankweiler Wochenmarkts. Der Weg dorthin? Ungeplant, aber genau richtig. Ihre Freundin und Gartennachbarin Marianne Scheidbach – die zuvor selbst viele Jahre am Markt stand – gab ihr den entscheidenden Anstoß. Heute tritt Karin in ihre Fußstapfen – mit eigener Handschrift.

Wurzeln in der Kindheit

Schon in ihrer Kindheit war die Natur ein ständiger Begleiter. Ihre Eltern lebten ihr einen bewussten Umgang mit der Umwelt vor, und sie selbst entwickelte früh ein Gespür für Pflanzen. Der Wunsch, Floristin zu werden, erfüllte sich damals nicht – doch manchmal braucht es einfach den richtigen Zeitpunkt. Heute hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht. Vor fünf Jahren entschied sich Karin, ihren Traum vom eigenen großen Garten zu verwirklichen. In den darauffolgenden Jahren verwandelte sie das Stück Land Schritt für Schritt in ein kleines Naturparadies: Sie pflanzte 30 Bäume, zahlreiche Sträucher und eine beeindruckende Vielfalt an Obst, Gemüse und Kräutern.

Wissen aus Erfahrung und Tradition

Ihr Wissen hat sie sich selbst angeeignet. Besonders faszinieren sie die traditionellen Kenntnisse indigener Völker: „Die wissen, was hilft – im Einklang mit der Natur. Davon könnten wir uns einiges abschauen.“ Karin beobachtet genau. Sie erkennt auf einen Blick, was ihre Pflanzen brauchen. Doch nicht alles ist planbar: Wetterextreme und Schädlinge gehören zum Alltag. Wenn Schnecken ihre Beete plündern, bleibt sie gelassen. „Dann setze ich eben nochmal. Frust bringt nichts.“  Ihre Kund:innen schätzen nicht nur die Qualität ihrer Produkte, sondern auch ihre praktischen Tipps – etwa gegen Mehltau, den sie mit einer einfachen Milchlösung behandelt– ganz ohne Chemie.

„Geduld ist ihr wichtigstes Werkzeug. Sie kann nicht gegen den Rhythmus der Natur arbeiten – also arbeitet sie mit ihm“, sagt sie und lächelt. Wenn ein Sommer zu heiß, ein Frühling zu nass oder der Wind zu heftig ist, nimmt sie das hin. Was ihre Pflanzen brauchen, erkennt sie oft auf einen Blick – und doch weiß sie: Kontrolle gibt es in der Natur nicht, nur Vertrauen.

Gemeinsam geht vieles leichter

Unterstützt wird sie von ihrer Familie, die nicht nur beim Pflanzen, Ernten und Tragen mithilft, sondern ihr auch den Rücken stärkt. Ohne diesen Rückhalt, sagt sie, wäre vieles nicht möglich.

Verwurzelt und verbunden

Karin ist nicht nur Marktfahrerin, sondern auch Biobäuerin. „Für mich ist das mehr als nur Arbeit – das ist meine Lebensaufgabe“, sagt sie. In der Marktfamilie fühlt sie sich angekommen: Sie steht für Werte, die man spürt: ehrlich, bodenständig und naturverbunden. Und genau das macht sie – und ihre Produkte – so besonders auf dem Wochenmarkt in Rankweil. Von Mai bis Ende Oktober findet man Karin mittwochs am Rankweiler Wochenmarkt – in der Bio-Ecke gleich neben dem Lisilis Bio-Marktstand. Dort verkauft sie, was ihr Garten in der jeweiligen Saison hergibt: frisch und handverlesen. Für sie ist es selbstverständlich, nur das anzubieten, was gerade wächst – eine bewusste Entscheidung gegen ständige Verfügbarkeit und für mehr Wertschätzung. Von buntem Mangold über Himbeeren bis hin zu hausgemachtem Kräutersalz – Karins Sortiment variiert mit der Saison. „Wir haben nur eine Welt. Sie kann ohne uns – aber wir nicht ohne sie.“